BWL & VWL in der Steuerberaterprüfung
Alle Themen: BWL & VWL
Sortiert nach Prüfungsrelevanz. Themen mit Lerneinheit enthalten Theorie, Prüfungsschema, Musterfall und Challenges.
BWL- und VWL-Check: 5 Fragen
Fragen aus verschiedenen Themen des Fachs BWL & VWL. Erst selbst antworten – dann aufdecken und ehrlich bewerten.
- 1Prüferfrage · eigene Seite
Ihr Mandant vergleicht zwei Maschinen und hat für die eine einen höheren Kapitalwert, für die andere einen höheren internen Zinsfuß ermittelt. Welche soll er nehmen?
- Kapitalwert: Barwert aller Zahlungsüberschüsse abzüglich Anschaffungsauszahlung zum Kalkulationszins; vorteilhaft bei Kapitalwert größer null.
- Interner Zinsfuß: Zinssatz, bei dem der Kapitalwert null ist; vorteilhaft, wenn er über dem Kalkulationszins liegt.
- Unterschiedliche Rangfolgen entstehen durch abweichende Wiederanlageprämissen (Kalkulationszins vs. interner Zins) sowie unterschiedliche Kapitalbindung und Laufzeiten.
- Bei sich ausschließenden Alternativen ist der Kapitalwertmethode zu folgen, da ihre Wiederanlageprämisse realistischer ist.
Typische Nachfrage: Wie würden Sie Ertragsteuern in die Kapitalwertberechnung einbeziehen? - 2Prüferfrage · eigene Seite
Was versteht man unter dem Leverage-Effekt, und wo liegt das Risiko?
- Hebelwirkung des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalrentabilität: Eigenkapitalrentabilität = Gesamtkapitalrentabilität + (Gesamtkapitalrentabilität − Fremdkapitalzins) × Fremdkapital / Eigenkapital.
- Solange die Gesamtkapitalrentabilität den Fremdkapitalzins übersteigt, steigt die Eigenkapitalrentabilität mit zunehmendem Verschuldungsgrad.
- Leverage-Risiko: Sinkt die Gesamtkapitalrentabilität unter den Fremdkapitalzins, wirkt der Hebel negativ und die Eigenkapitalrentabilität fällt überproportional.
- Weitere Grenzen: steigende Fremdkapitalzinsen mit zunehmender Verschuldung, Liquiditäts- und Insolvenzrisiko.
Typische Nachfrage: Welche Rolle spielt die steuerliche Abziehbarkeit von Zinsen, und wo begrenzt die Zinsschranke dies? - 3Prüferfrage · eigene Seite
Systematisieren Sie bitte die Finanzierungsformen eines Unternehmens. Wo würden Sie Leasing und Rückstellungen einordnen?
- Nach der Mittelherkunft: Außenfinanzierung (Einlagen, Kredite) und Innenfinanzierung (Gewinnthesaurierung, Abschreibungsrückflüsse, Rückstellungen, Vermögensumschichtung).
- Nach der Rechtsstellung der Kapitalgeber: Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung; Mischformen (Mezzanine-Kapital, stille Beteiligung, Genussrechte).
- Rückstellungen sind Innenfinanzierung mit Fremdkapitalcharakter (Finanzierung aus Rückstellungen, insbesondere Pensionsrückstellungen).
- Leasing ist ein Kreditsubstitut: Nutzung ohne Kapitalbindung; Zurechnung nach den Leasingerlassen bzw. § 39 AO.
Typische Nachfrage: Was besagt die goldene Finanzierungsregel? - 4Prüferfrage · eigene Seite
Ein Mandant, der Gartenmöbel herstellt, erhält eine Zusatzanfrage zu einem Preis unter seinen Vollkosten. Er hat freie Kapazitäten. Wie beraten Sie ihn?
- Entscheidung auf Teilkostenbasis (Deckungsbeitragsrechnung): Deckungsbeitrag = Erlös − variable Kosten.
- Kurzfristige Preisuntergrenze bei freien Kapazitäten sind die variablen Stückkosten; jeder positive Deckungsbeitrag verbessert das Ergebnis, da die Fixkosten ohnehin anfallen.
- Langfristig müssen die Vollkosten gedeckt werden (langfristige Preisuntergrenze).
- Zu beachten sind Rückwirkungen auf das bestehende Preisgefüge, Kundenreaktionen und eventuelle Engpässe; bei Engpässen ist der relative Deckungsbeitrag je Engpasseinheit maßgeblich.
Typische Nachfrage: Wie berechnen Sie die Gewinnschwelle (Break-even-Menge)? - 5Prüferfrage · eigene Seite
Grenzen Sie bitte Kosten und Aufwand voneinander ab und nennen Sie Beispiele für Anders- und Zusatzkosten.
- Aufwand ist der periodisierte Werteverzehr in der Finanzbuchhaltung; Kosten sind der bewertete, sachzielbezogene Güterverbrauch in der Kosten- und Leistungsrechnung.
- Neutraler Aufwand (betriebsfremd, periodenfremd, außerordentlich) ist kein Kostenbestandteil.
- Anderskosten: Kosten, denen Aufwand in anderer Höhe gegenübersteht, z. B. kalkulatorische Abschreibungen auf Wiederbeschaffungswerte.
- Zusatzkosten: Kosten ohne Aufwand, z. B. kalkulatorischer Unternehmerlohn, kalkulatorische Eigenkapitalzinsen, kalkulatorische Miete.
Typische Nachfrage: Wie funktioniert ein Betriebsabrechnungsbogen?
Weitere Fächer
Mündliche Prüfung: Berufsrecht, BWL & VWL, Handels-, Gesellschafts-, Insolvenz- und Europarecht.
BWL: Wissen ist gut. Prüfungsreif ist besser.
Die Prüfung fragt nicht, ob Sie eine Norm kennen, sondern ob Sie sie unter Zeitdruck anwenden. Trainieren Sie genau das – jeden Tag ein Stück, bis es sitzt.
- Lernplan bis zu Ihrem Prüfungstermin
- Klausurfälle mit Korrektur nach Punkteschema
- Prüferfragen und Kurzvortrag für die Mündliche