R 14.8 KStR
Aus dem amtlichen Wortlaut(1) ¹Die Regelung zur Bildung und Auflösung besonderer Ausgleichsposten beim Organträger ist für Mehr- und Minderabführungen anzuwenden, die bis einschließlich 31. Dezember 2021 erfolgen. ²Für alle Mehr- und Minderabführungen nach dem 31. Dezember 2021 ist § 14 Abs. 4 sowie § 27…
Amtlicher Wortlaut
(1) ¹Die Regelung zur Bildung und Auflösung besonderer Ausgleichsposten beim Organträger ist für Mehr- und Minderabführungen anzuwenden, die bis einschließlich 31. Dezember 2021 erfolgen. ²Für alle Mehr- und Minderabführungen nach dem 31. Dezember 2021 ist § 14 Abs. 4 sowie § 27 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 6 i. d. F. des Artikels 1 des Gesetzes vom 25. Juni 2021 (BGBl. I S. 2050) anzuwenden.
(2) ¹Stellt die Organgesellschaft aus dem Jahresüberschuss (§ 275 Abs. 2 Nr. 20 oder Abs. 3 Nr. 19 HGB) Beträge in die Gewinnrücklagen i. S. d. § 272 Abs. 3 HGB ein oder bildet sie steuerlich nicht anzuerkennende stille Reserven, werden die Rücklagen mit dem zuzurechnenden Einkommen beim Organträger oder, wenn er eine Personengesellschaft ist, bei seinen Gesellschaftern versteuert. ²Der steuerrechtliche Wertansatz der Beteiligung des Organträgers an der Organgesellschaft bleibt unberührt. ³Um sicherzustellen, dass nach einer Veräußerung der Organbeteiligung die bei der Organgesellschaft so gebildeten Rücklagen nicht noch einmal beim Organträger steuerrechtlich erfasst werden, ist in der Steuerbilanz des Organträgers, in die der um die Rücklage verminderte Jahresüberschuss der Organgesellschaft eingegangen ist, ein besonderer aktiver Ausgleichsposten in Höhe des Teils der versteuerten Rücklagen einkommensneutral zu bilden, der dem Verhältnis der Beteiligung des Organträgers am Nennkapital der Organgesellschaft entspricht. ⁴Löst die Organgesellschaft die Rücklagen in den folgenden Jahren ganz oder teilweise zugunsten des an den Organträger abzuführenden Gewinns auf, ist der besondere aktive Ausgleichsposten entsprechend einkommensneutral aufzulösen.
(3) Weicht der an den Organträger abgeführte Gewinn der Organgesellschaft aus anderen Gründen als infolge der Auflösung einer Rücklage i. S. d. Absatzes 2 von dem Steuerbilanzgewinn ab, z. B. wegen Änderung des Wertansatzes von Aktiv- oder Passivposten in der Bilanz, und liegt die Ursache in vertraglicher Zeit, ist in der Steuerbilanz des Organträgers nach § 14 Abs. 4 Satz 1, 2 und 6 KStG i. d. F. vom 11.12.2018 ein besonderer aktiver oder passiver Ausgleichsposten in Höhe des Unterschieds einkommensneutral zu bilden, der dem Verhältnis der Beteiligung des Organträgers am Nennkapital der Organgesellschaft entspricht.
(4) ¹Im Zeitpunkt der Veräußerung der Organbeteiligung oder eines der Veräußerung gleichgestellten Vorgangs sind die besonderen Ausgleichsposten aufzulösen (§ 14 Abs. 4 Satz 2 und 5 KStG i. d. F. vom 11.12.2018), sofern sie nicht in den Anwendungsbereich des § 34 Abs. 6e Satz 7 KStG fallen. ²Dadurch erhöht oder verringert sich das Einkommen des Organträgers; § 8b KStG sowie § 3 Nr. 40 und § 3c Abs. 2 EStG sind anzuwenden. ³Für die Anwendung des § 8b KStG bzw. der § 3 Nr. 40, § 3c Abs. 2 EStG sind die Ausgleichsposten mit dem in der Steuerbilanz ausgewiesenen Buchwert der Organbeteiligung zusammenzufassen. ⁴Dadurch kann sich rechnerisch auch ein negativer Buchwert ergeben. ⁵Die Sätze 3 und 4 sind bei der Ermittlung eines Übernahmeergebnisses i. S. d. § 4 Abs. 4 Satz 1 oder § 12 Abs. 2 Satz 1 UmwStG entsprechend anzuwenden. ⁶Bei mittelbarer Beteiligung an der Organgesellschaft sind die Ausgleichsposten aufzulösen, wenn der Organträger die Beteiligung an der Zwischengesellschaft veräußert. ⁷Eine gewinnwirksame Auflösung der besonderen Ausgleichsposten erfolgt nicht bei Beendigung des GAV.
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Redaktioneller Hinweis: Der Verweis auf „Sätze 3 und 4“ ergibt sich aus der vorgenommenen Satzreihung.
Amtliches Werk (§ 5 UrhG), Körperschaftsteuer-Richtlinien und Hinweise (KStR/KStH), Fassung 2026. Originaltext beim Bundesministerium der Finanzen.
Gesetzliche Grundlage
§ 14 KStG – Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien als Organgesellschaft
(1) ¹Verpflichtet sich eine Europäische Gesellschaft, Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien mit Geschäftsleitung im Inland und Sitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Vertragsstaat des EWR-Abkommens (Organgesellschaft) durch einen Gewinnabführungsvertrag im Sinne des § 291 Abs. 1 des Aktiengesetzes, ihren ganzen Gewinn an ein einziges anderes gewerbliches Unternehmen abzuführen, ist das Einkommen der Organgesellschaft, soweit sich aus § 16 nichts anderes ergibt, dem Träger des Unternehmens (Organträger) zuzurechnen, wenn die folgenden…
§ 14 KStG im Volltext →Weitere Verwaltungsanweisungen zu § 14 KStG
20 von 38 Abschnitten – die nächstgelegenen im Handbuch.
- H 14.5 (Ausschüttungssperre) KStH – AusschüttungssperreKStH
- H 14.5 (Auslegung eines Gewinnabführungsvertrages) KStH – Auslegung eines GewinnabführungsvertragesKStH
- H 14.5 (Beendigung des Gewinnabführungsvertrags) KStH – Beendigung des GewinnabführungsvertragsKStH
- H 14.5 (Beginn der Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrages bei umwandlungsteuerlicher Rückwirkungsfiktion) KStH – Beginn der Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrages bei umwandlungsteuerlicher RückwirkungsfiktionKStH
- H 14.5 (Bildung einer Rücklage) KStH – Bildung einer RücklageKStH
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- H 14.5 (Tatsächliche Durchführung eines Gewinnabführungsvertrags) KStH – Tatsächliche Durchführung eines GewinnabführungsvertragsKStH
- H 14.5 (Verzinsung des Anspruchs auf Verlustübernahme nach § 302 AktG) KStH – Verzinsung des Anspruchs auf Verlustübernahme nach § 302 AktGKStH
- H 14.5 (Variable Ausgleichszahlungen an außenstehende Gesellschafter) KStH – Variable Ausgleichszahlungen an außenstehende GesellschafterKStH
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- H 14.6 (Einstellung der gewerblichen Tätigkeit) KStH – Einstellung der gewerblichen TätigkeitKStH
- H 14.6 (Gewinn im Zeitraum der Abwicklung) KStH – Gewinn im Zeitraum der AbwicklungKStH
- H 14.6 (Klagebefugnis) KStH – KlagebefugnisKStH
- H 14.6 (Umwandlung der Organgesellschaft) KStH – Umwandlung der OrgangesellschaftKStH
- H 14.7 (Veranlagungszeitraum der Zurechnung) KStH – Veranlagungszeitraum der ZurechnungKStH
- H 14.7 (Verlustausgleich durch den Organträger) KStH – Verlustausgleich durch den OrganträgerKStH
- H 14.7 (Verlustübernahme) KStH – VerlustübernahmeKStH
- H 14.8 (Berechnung der Mehrabführung) KStH – Berechnung der MehrabführungKStH
- H 14.8 (Vororganschaftliche Mehrabführungen) KStH – Vororganschaftliche MehrabführungenKStH
BFH-Rechtsprechung zu § 14 KStG
6 von 73 zugeordneten Entscheidungen.
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- Prüferfragen und Kurzvortrag für die Mündliche