H E 13b.29 (Verbundvermögensaufstellung) ErbStH
Aus dem amtlichen WortlautBeispiel 1: A ist zu 100 % an der A GmbH & Co. KG beteiligt. Die A GmbH & Co. KG hält 100 % der Anteile an der B GmbH und 60 % der Anteile an der C AG. Die C AG ist zu 50 % an der D OHG beteiligt. Alle Gesellschaften haben ihren Sitz oder ihre Geschäftsleitung im Inland. Im…
Amtlicher Wortlaut
Beispiel 1:
A ist zu 100 % an der A GmbH & Co. KG beteiligt. Die A GmbH & Co. KG hält 100 % der Anteile an der B GmbH und 60 % der Anteile an der C AG. Die C AG ist zu 50 % an der D OHG beteiligt. Alle Gesellschaften haben ihren Sitz oder ihre Geschäftsleitung im Inland.
Im Sonderbetriebsvermögen des A befindet sich ein Darlehen gegenüber der A GmbH & Co. KG in Höhe von 1 000 EUR. Die D OHG hat gegenüber der B GmbH eine Forderung in Höhe von 20 000 EUR bzw. die B GmbH gegenüber der D OHG eine Verbindlichkeit in Höhe von 20 000 EUR.
Verwaltungsvermögen § 13b Absatz 4 Nummer 1 bis 4 ErbStG EUR | junges Verwaltungsvermögen EUR | Finanzmittel § 13b Absatz 4 Nummer 5 ErbStG EUR | Davon gegenüber verbundenen Unternehmen EUR | junge Finanzmittel EUR | Schulden EUR | Davon gegenüber verbundenen Unternehmen EUR
A GmbH & Co. KG | 10 000 | 20 000 | 8 000 | 30 000
B GmbH | 23 000 | 2 000 | 17 500 | 1 000 | 43 000 | 20 000
C AG | 12 000 | 2 000 | 6 000 | 12 000
D OHG | 1 000 | 100 000 | 20 000 | 10 000 | 1 500
SBV A | 1 000
Ablauf des Feststellungsverfahrens:
D OHG
Verwaltungsvermögen 1 000 EUR x 50 % | 500 EUR
Finanzmittel zunächst | 100 000 EUR
Die Forderung gegenüber der B-GmbH stellt eine Forderung gegenüber verbundenen Unternehmen dar. Die A GmbH & Co KG ist zu 30 % (60 % x 50 %) mittelbar an der D OHG und zu 100 % unmittelbar an der B-GmbH beteiligt. Es besteht Beteiligungsidentität im Umfang von 30 %. Der Prozentsatz der Beteiligungsidentität entspricht dem Prozentsatz der mittelbaren Beteiligung. Deshalb ist die Forderung gegenüber der B-GmbH in voller Höhe nicht anzusetzen. | ./. 20 000 EUR
gekürzte Finanzmittel | 80 000 EUR
x 50 % | 40 000 EUR
junge Finanzmittel 10 000 EUR x 50 % | 5 000 EUR
Schulden 1 500 EUR x 50 % | 750 EUR
C AG
Verwaltungsvermögen eigenes | 12 000 EUR
D OHG | + 500 EUR
12 500 EUR | x 60 % = | 7 500 EUR
junges Verwaltungsvermögen eigenes | 2 000 EUR
D OHG | + 0 EUR
2 000 EUR | x 60 % = | 1 200 EUR
Finanzmittel eigene | 6 000 EUR
D OHG | + 40 000 EUR
46 000 EUR | x 60 % = | 27 600 EUR
junge Finanzmittel eigene | 0 EUR
D OHG | + 5 000 EUR
5 000 EUR | x 60 % = | 3 000 EUR
Schulden eigene | 12 000 EUR
D OHG | + 750 EUR
12 750 EUR | x 60 % = | 7 650 EUR
B GmbH
Verwaltungsvermögen 23 000 EUR x 100 % | 23 000 EUR
junges Verwaltungsvermögen 2 000 EUR x 100 % | 2 000 EUR
Finanzmittel 17 500 EUR x 100 % | 17 500 EUR
junge Finanzmittel 1 000 EUR x 100 % | 1 000 EUR
Schulden zunächst | 43 000 EUR
Die Schuld gegenüber der D OHG stellt eine Verbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen dar. Sie ist, soweit Beteiligungsidentität besteht (30 % durchgerechneter Anteil), zu kürzen. Der Prozentsatz der Beteiligungsidentität entspricht dem Prozentsatz der mittelbaren Beteiligung. 20 000 EUR x 30 % = | ./. 6 000 EUR
37 000 EUR
x 100 % | 37 000 EUR
A GmbH & Co. KG
Verwaltungsvermögen eigenes | 10 000 EUR
B GmbH | + 23 000 EUR
C AG | + 7 500 EUR
40 500 EUR
100 % | 40 500 EUR
junges Verwaltungsvermögen eigenes | 0 EUR
B GmbH | + 2 000 EUR
C AG | + 1 200 EUR
3 200 EUR
100 % | 3 200 EUR
Finanzmittel eigene | 20 000 EUR
B GmbH | + 17 500 EUR
C AG | + 27 600 EUR
65 100 EUR
100 % = Finanzmittel aus dem Gesamthandsvermögen Die miterworbene Forderung des A im SBV ist zusätzlich in Höhe von 1 000 EUR außerhalb der Verbundvermögensaufstellung anzusetzen. | 65 100 EUR
junge Finanzmittel eigene | 8 000 EUR
B GmbH | + 1 000 EUR
C AG | + 3 000 EUR
12 000 EUR
100 % | 12 000 EUR
Schulden eigene | 30 000 EUR
B GmbH | + 37 000 EUR
C AG | + 7 650 EUR
74 650 EUR
100 % = Schulden aus dem Gesamthandsvermögen | 74 650 EUR
Die Verbindlichkeit gegenüber A in Höhe von 1 000 EUR ist nicht Teil der Verbundvermögensaufstellung und daher nicht vom Ansatz auszuschließen (§ 13b Absatz 9 Satz 3 ErbStG).
Beispiel 2:
Sachverhalt wie in Beispiel 1. Zudem hält die A GmbH & Co. KG noch 10 % der Anteile an der Z GmbH. Die Anteile haben einen Wert von 16 500 EUR. Die Z GmbH hat Finanzmittel in Höhe von 25 000 EUR.
Da die A GmbH & Co. KG nicht zu mehr als 25 % an der Z GmbH beteiligt ist, gehören die Anteile an der Z GmbH im vollen Umfang zum Verwaltungsvermögen der A GmbH & Co. KG (§ 13b Absatz 4 Nummer 2 ErbStG).
A GmbH & Co. KG
Verwaltungsvermögen eigenes | 10 000 EUR
Anteil an der Z GmbH | + 16 500 EUR
B GmbH | + 23 000 EUR
C AG | + 7 500 EUR
57 000 EUR
100 % | 57 000 EUR
Hinsichtlich des jungen Verwaltungsvermögens, der Finanzmittel, der jungen Finanzmittel und der Schulden ergeben sich bei der A GmbH & Co. KG keine Änderungen.
Amtliches Werk (§ 5 UrhG), Erbschaftsteuer-Richtlinien und Hinweise (ErbStR/ErbStH), Fassung 2020. Originaltext beim Bundesministerium der Finanzen.
Gesetzliche Grundlage
§ 13b ErbStG – Begünstigtes Vermögen
(1) Zum begünstigungsfähigen Vermögen gehören 1. der inländische Wirtschaftsteil des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens (§ 168 Absatz 1 Nummer 1 des Bewertungsgesetzes) mit Ausnahme der Stückländereien (§ 160 Absatz 7 des Bewertungsgesetzes) und selbst bewirtschaftete Grundstücke im Sinne des § 159 des Bewertungsgesetzes sowie entsprechendes land- und forstwirtschaftliches Vermögen, das einer Betriebsstätte in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraums dient; 2. inländisches Betriebsvermögen (§§ 95 bis 97 Absatz 1 Satz 1 des…
§ 13b ErbStG im Volltext →Weitere Verwaltungsanweisungen zu § 13b ErbStG
20 von 72 Abschnitten – die nächstgelegenen im Handbuch.
- R E 13b.1 ErbStR – Begünstigter Erwerb von Todes wegenErbStH
- R E 13b.2 ErbStR – Begünstigter Erwerb durch Schenkung unter LebendenErbStH
- R E 13b.3 ErbStR – Begünstigungsfähiges Vermögen - AllgemeinesErbStH
- R E 13b.4 ErbStR – Begünstigungsfähiges land- und forstwirtschaftliches VermögenErbStH
- R E 13b.5 ErbStR – Begünstigungsfähiges BetriebsvermögenErbStH
- R E 13b.6 ErbStR – Begünstigungsfähige Anteile an KapitalgesellschaftenErbStH
- R E 13b.7 ErbStR – Begünstigtes VermögenErbStH
- R E 13b.8 ErbStR – Erwerb unterschiedlicher Arten begünstigten VermögensErbStH
- R E 13b.9 ErbStR – Ermittlung des begünstigten Vermögens und des steuerpflichtigen VermögensErbStH
- R E 13b.10 ErbStR – Übermäßiges VerwaltungsvermögenErbStH
- R E 13b.11 ErbStR – AltersversorgungsvermögenErbStH
- R E 13b.12 ErbStR – Verwaltungsvermögen - AllgemeinesErbStH
- R E 13b.13 ErbStR – Überlassung von Grundstücken - AllgemeinesErbStH
- R E 13b.14 ErbStR – Grundstücksüberlassung im Rahmen einer Betriebsaufspaltung oder des SonderbetriebsvermögensErbStH
- R E 13b.15 ErbStR – Grundstücksüberlassung im Rahmen einer Betriebsverpachtung im GanzenErbStH
- R E 13b.16 ErbStR – Grundstücksüberlassung im KonzernErbStH
- R E 13b.17 ErbStR – Grundstücksüberlassung im Rahmen eines WohnungsunternehmensErbStH
- R E 13b.18 ErbStR – Grundstücke im Zusammenhang mit LieferungsverträgenErbStH
- R E 13b.19 ErbStR – Verpachtete land- und forstwirtschaftliche GrundstückeErbStH
- R E 13b.20 ErbStR – Anteile an Kapitalgesellschaften von 25 Prozent oder wenigerErbStH
BFH-Rechtsprechung zu § 13b ErbStG
6 von 34 zugeordneten Entscheidungen.
- BFH, Urteil vom 20.11.2025, II R 7/23Bei der Anwendung des § 13b Abs. 10 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes i.d.F. des Gesetzes zur Anpassung des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts…
- BFH, Urteil vom 26.02.2025, II R 54/22Befindet sich im Betriebsvermögen einer KG eine Komplementärbeteiligung an einer KGaA, deren Vermögen zu mehr als 50 % aus Wertpapieren besteht und daher als Verwaltungsvermögen einzuordnen ist, gehört bei der…
- BFH, Urteil vom 20.11.2024, VI R 21/22Die schenkweise Übertragung von Geschäftsanteilen auf leitende Mitarbeiter zur Sicherung der Unternehmensnachfolge führt nicht ohne Weiteres zu Arbeitslohn.
- BFH, Urteil vom 15.05.2024, II R 12/211. Der Transfer der Steuerbegünstigung für Betriebsvermögen, für vermieteten Wohnraum und für das selbstgenutzte Familienheim unter Miterben setzt voraus, dass die Übertragung der Vermögenswerte im Rahmen der Teilung…
- BFH, Urteil vom 10.04.2024, II R 22/211. Leistung im Sinne des § 7 Abs. 8 Satz 1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) ist jedes Tun, Dulden oder Unterlassen, das die Hingabe von Vermögen bewirkt. Auch die Abtretung eines Anteils an…
- BFH, Urteil vom 28.02.2024, II R 27/211. Im Rahmen eines Parkhausbetriebs Dritten zur Nutzung überlassene Parkplätze stellen erbschaftsteuerrechtlich nicht begünstigtes Verwaltungsvermögen dar. Eine einschränkende Auslegung der entsprechenden Normen ist…
Prüfungsthemen zu dieser Norm
Wissen ist gut. Prüfungsreif ist besser.
Die Prüfung fragt nicht, ob Sie eine Norm kennen, sondern ob Sie sie unter Zeitdruck anwenden. Trainieren Sie genau das – jeden Tag ein Stück, bis es sitzt.
- Lernplan bis zu Ihrem Prüfungstermin
- Klausurfälle mit Korrektur nach Punkteschema
- Prüferfragen und Kurzvortrag für die Mündliche