H B 164 (9) (Stückländerei) ErbStH
Aus dem amtlichen WortlautBeispiel: Ein Landwirt in Rheinland-Pfalz gibt seinen Betrieb auf und verpachtet seine Eigentumsflächen für 20 Jahre wie folgt: Pächter 1 | 5,0 ha | Klassifizierung Gartenland Pächter 2 | 2,5 ha | Klassifizierung Grünland Pächter 3 | 20,0 ha | Klassifizierung Ackerland Pächter 4…
Amtlicher Wortlaut
Beispiel:
Ein Landwirt in Rheinland-Pfalz gibt seinen Betrieb auf und verpachtet seine Eigentumsflächen für 20 Jahre wie folgt:
Pächter 1 | 5,0 ha | Klassifizierung Gartenland
Pächter 2 | 2,5 ha | Klassifizierung Grünland
Pächter 3 | 20,0 ha | Klassifizierung Ackerland
Pächter 4 | 3,0 ha | Klassifizierung Weinbau
Pächter 5 | 2,5 ha | Klassifizierung Obstplantage
Es liegt ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft - Stückländerei vor, da die Voraussetzungen des § 160 Absatz 7 BewG erfüllt sind. Soweit die den Ertragswert bildenden Faktoren nicht ermittelt werden können, ist der Betrieb in einem vereinfachten Verfahren wie folgt zu bewerten:
1. Ermittlung des Gesamtstandarddeckungsbeitrags für die landwirtschaftliche Nutzung
Durchschnittlicher Standarddeckungsbeitrag der landwirtschaftlichen Nutzung:
Rheinland-Pfalz | 606 EUR
Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung: 22,5000 ha × 606 EUR = | 13 635 EUR
2. Ermittlung der Nutzungsart bzw. Betriebsform für die landwirtschaftliche Nutzung
Die Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung (22,5000 ha) sind zu mehr als 2/3 Ackerland.
3. Ermittlung der Betriebsgröße für die landwirtschaftliche Nutzung
Gesamtstandarddeckungsbeitrag
13 635 EUR : 1 200 = | 11,36 EGE
Die Betriebsgröße liegt unter 40 EGE = Kleinbetrieb.
4. Bewertungsparameter Anlage 14 zum BewG
Pachtpreis/ha:
Rheinland-Pfalz, Kleinbetrieb, Ackerbau | 208 EUR
5. Bewertung des Betriebs
Mindestwertverfahren
Nutzungsart | Wert EUR/ha | jeweilige Fläche | Kapitalisierungs- faktor | Mindestwert in EUR
ha | a | m²
Grund und Boden
Ackerland 0 bis 40 EGE | 208 | 22 | 50 | 00 | 18,6 | 87 048,00
Grund und Boden
Weinbau | 589 | 3 | 00 | 00 | 18,6 | + 32 866,20
Grund und Boden
Gartenland | 657 | 5 | 00 | 00 | 18,6 | + 61 101,00
Grund und Boden
Obstplantage | 325 | 2 | 50 | 00 | 18,6 | + 15 112,50
Verbindlichkeiten | ./. 0,00
Summe | 196 127,70
Mindestwert | 196.128
Amtliches Werk (§ 5 UrhG), Erbschaftsteuer-Richtlinien und Hinweise (ErbStR/ErbStH), Fassung 2020. Originaltext beim Bundesministerium der Finanzen.
Gesetzliche Grundlage
§ 164 BewG – Mindestwert
(1) Der Mindestwert des Wirtschaftsteils setzt sich aus dem Wert für den Grund und Boden sowie dem Wert der übrigen Wirtschaftsgüter zusammen und wird nach den Absätzen 2 bis 4 ermittelt. (2) Der für den Wert des Grund und Bodens im Sinne des § 158 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 zu ermittelnde Pachtpreis pro Hektar (ha) bestimmt sich nach der Nutzung, dem Nutzungsteil und der Nutzungsart des Grund und Bodens. Bei der landwirtschaftlichen Nutzung ist dabei die Betriebsgröße in EGE nach § 163 Abs. 3 Satz 4 Nr. 1 bis 3 zu berücksichtigen. Der danach maßgebliche Pachtpreis ergibt sich jeweils aus der Spalte…
§ 164 BewG im Volltext →Weitere Verwaltungsanweisungen zu § 164 BewG
- R B 164 ErbStR – Ermittlung des MindestwertsErbStH
- R B 164 (2-3) ErbStR – Ermittlung des MindestwertsErbStH
- R B 164 (4-9) ErbStR – Ermittlung des MindestwertsErbStH
- R B 164 (10) ErbStR – Ermittlung des MindestwertsErbStH
- H B 164 (1) (Mindestwert) ErbStH – MindestwertErbStH
- H B 164 (3) (Ermittlung des Besatzkapitals (selbst bewirtschaftete Fläche)) ErbStH – Ermittlung des Besatzkapitals (selbst bewirtschaftete Fläche)ErbStH
BFH-Rechtsprechung zu § 164 BewG
Wissen ist gut. Prüfungsreif ist besser.
Die Prüfung fragt nicht, ob Sie eine Norm kennen, sondern ob Sie sie unter Zeitdruck anwenden. Trainieren Sie genau das – jeden Tag ein Stück, bis es sitzt.
- Lernplan bis zu Ihrem Prüfungstermin
- Klausurfälle mit Korrektur nach Punkteschema
- Prüferfragen und Kurzvortrag für die Mündliche