Ein Mandant will seine GmbH-Anteile an einen Investor verkaufen und fragt nach dem Unternehmenswert. Welche Verfahren der Unternehmensbewertung kennen Sie?
Ihre Antwort? Diese und 4 weitere Fragen
Aus dem Fach BWL & VWL. Erst selbst antworten – dann aufdecken und ehrlich bewerten.
- 1Prüferfrage
Ein Mandant will seine GmbH-Anteile an einen Investor verkaufen und fragt nach dem Unternehmenswert. Welche Verfahren der Unternehmensbewertung kennen Sie?
- Gesamtbewertungsverfahren: Ertragswertverfahren (Barwert der künftigen finanziellen Überschüsse, IDW S 1) und Discounted-Cashflow-Verfahren (z. B. WACC-Ansatz).
- Einzelbewertungsverfahren: Substanzwert (Reproduktionswert) und Liquidationswert als Wertuntergrenze.
- Vergleichsorientierte Verfahren: Multiplikatoren (z. B. EBIT- oder Umsatzmultiplikatoren) als Plausibilisierung.
- Abgrenzung objektivierter Wert, subjektiver Entscheidungswert und Preis; steuerlich: gemeiner Wert (§ 11 Abs. 2 BewG), ggf. vereinfachtes Ertragswertverfahren (§§ 199 ff. BewG, Kapitalisierungsfaktor 13,75) mit Substanzwert als Mindestwert.
Typische Nachfrage: Wie leiten Sie den Kapitalisierungszinssatz im Ertragswertverfahren ab? - 2Prüferfrage · eigene Seite
Systematisieren Sie bitte die Finanzierungsformen eines Unternehmens. Wo würden Sie Leasing und Rückstellungen einordnen?
- Nach der Mittelherkunft: Außenfinanzierung (Einlagen, Kredite) und Innenfinanzierung (Gewinnthesaurierung, Abschreibungsrückflüsse, Rückstellungen, Vermögensumschichtung).
- Nach der Rechtsstellung der Kapitalgeber: Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung; Mischformen (Mezzanine-Kapital, stille Beteiligung, Genussrechte).
- Rückstellungen sind Innenfinanzierung mit Fremdkapitalcharakter (Finanzierung aus Rückstellungen, insbesondere Pensionsrückstellungen).
- Leasing ist ein Kreditsubstitut: Nutzung ohne Kapitalbindung; Zurechnung nach den Leasingerlassen bzw. § 39 AO.
Typische Nachfrage: Was besagt die goldene Finanzierungsregel? - 3Prüferfrage · eigene Seite
Ein Mandant, der Gartenmöbel herstellt, erhält eine Zusatzanfrage zu einem Preis unter seinen Vollkosten. Er hat freie Kapazitäten. Wie beraten Sie ihn?
- Entscheidung auf Teilkostenbasis (Deckungsbeitragsrechnung): Deckungsbeitrag = Erlös − variable Kosten.
- Kurzfristige Preisuntergrenze bei freien Kapazitäten sind die variablen Stückkosten; jeder positive Deckungsbeitrag verbessert das Ergebnis, da die Fixkosten ohnehin anfallen.
- Langfristig müssen die Vollkosten gedeckt werden (langfristige Preisuntergrenze).
- Zu beachten sind Rückwirkungen auf das bestehende Preisgefüge, Kundenreaktionen und eventuelle Engpässe; bei Engpässen ist der relative Deckungsbeitrag je Engpasseinheit maßgeblich.
Typische Nachfrage: Wie berechnen Sie die Gewinnschwelle (Break-even-Menge)? - 4Prüferfrage · eigene Seite
Grenzen Sie bitte Kosten und Aufwand voneinander ab und nennen Sie Beispiele für Anders- und Zusatzkosten.
- Aufwand ist der periodisierte Werteverzehr in der Finanzbuchhaltung; Kosten sind der bewertete, sachzielbezogene Güterverbrauch in der Kosten- und Leistungsrechnung.
- Neutraler Aufwand (betriebsfremd, periodenfremd, außerordentlich) ist kein Kostenbestandteil.
- Anderskosten: Kosten, denen Aufwand in anderer Höhe gegenübersteht, z. B. kalkulatorische Abschreibungen auf Wiederbeschaffungswerte.
- Zusatzkosten: Kosten ohne Aufwand, z. B. kalkulatorischer Unternehmerlohn, kalkulatorische Eigenkapitalzinsen, kalkulatorische Miete.
Typische Nachfrage: Wie funktioniert ein Betriebsabrechnungsbogen? - 5Prüferfrage · eigene Seite
Welche geldpolitischen Instrumente hat die Europäische Zentralbank, und welches Ziel verfolgt sie?
- Vorrangiges Ziel ist die Gewährleistung der Preisstabilität (Art. 127 Abs. 1 AEUV); die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 % an (symmetrisches Ziel).
- Leitzinsen: Hauptrefinanzierungssatz, Spitzenrefinanzierungsfazilität und Einlagefazilität (ständige Fazilitäten).
- Offenmarktgeschäfte (Hauptrefinanzierungs- und längerfristige Refinanzierungsgeschäfte) sowie Wertpapierankaufprogramme.
- Mindestreservepflicht der Kreditinstitute; Transmission über Zinsen, Kredite, Wechselkurse und Erwartungen.
Typische Nachfrage: Wie wirkt eine Leitzinserhöhung auf Konjunktur und Inflation?
Die Normen dazu
Die Vorschriften, die in Frage und Antwort zitiert werden – im amtlichen Wortlaut (Auszug).
§ 11 BewG – Wertpapiere und Anteile
[…]
(2) Anteile an Kapitalgesellschaften, die nicht unter Absatz 1 fallen, sind mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Lässt sich der gemeine Wert nicht aus Verkäufen unter fremden Dritten ableiten, die weniger als ein Jahr zurückliegen, so ist er unter Berücksichtigung der Ertragsaussichten der Kapitalgesellschaft oder einer anderen anerkannten, auch im gewöhnlichen Geschäftsverkehr für nichtsteuerliche Zwecke üblichen Methode zu ermitteln; dabei ist die Methode anzuwenden, die […]
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Weitere Fragen: BWL & VWL
- Ihr Mandant vergleicht zwei Maschinen und hat für die eine einen höheren Kapitalwert, für die andere einen höheren internen Zinsfuß ermittelt. …Prüferfrage
- Was versteht man unter dem Leverage-Effekt, und wo liegt das Risiko?Prüferfrage
- Erklären Sie bitte den Unterschied zwischen nachfrageinduzierter und angebotsinduzierter Inflation und die wirtschaftspolitischen Antworten darauf.Prüferfrage
Wissen ist gut. Prüfungsreif ist besser.
Die Prüfung fragt nicht, ob Sie eine Norm kennen, sondern ob Sie sie unter Zeitdruck anwenden. Trainieren Sie genau das – jeden Tag ein Stück, bis es sitzt.
- Lernplan bis zu Ihrem Prüfungstermin
- Klausurfälle mit Korrektur nach Punkteschema
- Prüferfragen und Kurzvortrag für die Mündliche