RechtsprechungKörperschaftsteuer

BFH zu Pensionszusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer durch Entgeltumwandlung: Probezeit entbehrlich, 6 Prozent Verzinsung nicht automatisch vGA

Wird eine Pensionszusage an einen Gesellschafter-Geschäftsführer ausschließlich durch Umwandlung seines Entgelts finanziert, ist sie auch ohne Probezeit und kurz nach Gründung der GmbH fremdüblich, sofern die Gesellschaft kein signifikantes Risiko trägt, die Versorgung mitfinanzieren zu müssen. Im zweiten Verfahren verzinste die GmbH den Kapitalstock mit 6 Prozent, ein fremder Arbeitnehmer erhielt 3 Prozent; das Finanzamt nahm insoweit eine vGA an. Der BFH folgt dem nicht: Auch mischfinanzierte Zusagen sind anzuerkennen, wenn die Gesamtausstattung angemessen ist.

Datum: Stand: 13.10.2026

Stand des Verfahrens

BFH-Urteile vom 19.11.2025, Az. I R 50/22 (Pressemitteilung 009/26) und vom 17.12.2025, Az. I R 4/23 (Pressemitteilung 008/26), beide veröffentlicht am 19.02.2026

Das Wichtigste im Einzelnen

  • Rein arbeitnehmerfinanzierte Zusage: Probezeit und Wartezeit nach Neugründung sind entbehrlich, solange für die Gesellschaft kein signifikantes Mitfinanzierungsrisiko besteht

  • Garantieverzinsung über dem risikoarmen Marktzins macht die Zusage zur mischfinanzierten Zusage

  • Maßstab dann: Angemessenheit der Gesamtausstattung (Gehalt, Rentenanwartschaft, Sachbezüge wie Pkw)

Warum das für die Prüfung zählt

vGA ist das KSt-Thema schlechthin; Pensionszusagen mit Probezeit, Erdienbarkeit und Angemessenheit gehören zum Standardrepertoire der Prüfer.

Betroffene Normen

Quellen

Challenge

Können Sie die betroffenen Normen anwenden?

Prüfungsfragen zu den Vorschriften, die diese Änderung berührt – zum geltenden Recht (Rechtsstand 2026). Erst selbst antworten, dann aufdecken.

  1. 1
    Klausurfrage · eigene Seite

    Wie wird eine vGA bei der Einkommensermittlung der Kapitalgesellschaft berücksichtigt?

    Die vGA wird außerhalb der Bilanz nach § 8 Abs. 3 S. 2 KStG hinzugerechnet. Die Steuerbilanz bleibt hinsichtlich des vGA-Aufwands unverändert. Ein zivilrechtlicher Erstattungsanspruch gegen den Gesellschafter ist als Einlageforderung erfolgsneutral zu aktivieren (H 8.5 (II. Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung) KStH); wird der Vorteil zurückgezahlt, liegt grundsätzlich eine Einlage vor (H 8.9 (Rückgewähr einer vGA) KStH).

    Erst antworten, dann Begründung sehen
  2. 2
    Klausurfrage · eigene Seite

    Eine GmbH hat ihrem Gesellschafter-Geschäftsführer eine unangemessen hohe Tantieme gezahlt und als Lohnaufwand gebucht. Wo wird die verdeckte Gewinnausschüttung korrigiert?

    Nach § 8 Abs. 3 S. 2 KStG mindern verdeckte Gewinnausschüttungen das Einkommen nicht. Der Aufwand bleibt in Handels- und Steuerbilanz; die Korrektur erfolgt außerbilanziell durch Hinzurechnung – deshalb die dritte Spalte der Tabelle.

    Erst antworten, dann Begründung sehen
  3. 3
    Prüferfrage · eigene Seite

    Definieren Sie die verdeckte Gewinnausschüttung und nennen Sie die Prüfungsschritte.

    Typische Nachfrage: Wie wird die vGA bei einer Nutzungsüberlassung an den Gesellschafter bewertet?
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Die Prüfung fragt nicht, ob Sie eine Norm kennen, sondern ob Sie sie unter Zeitdruck anwenden. Trainieren Sie genau das – jeden Tag ein Stück, bis es sitzt.

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