RechtsprechungGewerbesteuer

BFH: Erweiterte Grundstückskürzung – Oldtimer als Anlageobjekt schädlich; Drei-Objekt-Grenze bei Verkäufen erst im sechsten Jahr

Zwei Entscheidungen zur erweiterten Kürzung für Grundstücksunternehmen. Erstens: Eine im Gesetz nicht ausdrücklich erlaubte Nebentätigkeit, hier das Halten von Oldtimern zur Wertsteigerung, kann die Kürzung auch dann ausschließen, wenn damit keine Einnahmen erzielt werden. Zweitens: Ein gewerblicher Grundstückshandel kann ausnahmsweise zu verneinen sein, wenn innerhalb von fünf Jahren weder Veräußerungen noch vorbereitende Maßnahmen stattfinden und erst im sechsten Jahr eine zweistellige Zahl von Objekten verkauft wird.

Datum: Stand: 13.10.2026

Stand des Verfahrens

BFH-Urteil vom 24.07.2025, Az. III R 23/23 (Pressemitteilung 077/25 vom 13.11.2025) und BFH-Beschluss vom 20.03.2025, Az. III R 14/23 (Pressemitteilung 031/25 vom 22.05.2025)

Das Wichtigste im Einzelnen

  • Ausschließlichkeitsgebot des § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG wird restriktiv gehandhabt

  • Drei-Objekt-Grenze: in der Regel mehr als drei Objekte binnen fünf Jahren zwischen Anschaffung oder Errichtung und Verkauf

  • Zweck der Kürzung: Gleichstellung mit privater Vermögensverwaltung

Warum das für die Prüfung zählt

Erweiterte Kürzung und gewerblicher Grundstückshandel stehen im Syllabus und werden gern kombiniert abgefragt.

Betroffene Normen

Quellen

Challenge

Können Sie die betroffenen Normen anwenden?

Prüfungsfragen zu den Vorschriften, die diese Änderung berührt – zum geltenden Recht (Rechtsstand 2026). Erst selbst antworten, dann aufdecken.

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    Klausurfrage · eigene Seite

    Die G-GmbH ist seit 2018 mit 12 % an der inländischen T-GmbH beteiligt und erhält 2026 eine Dividende von 100.000 €. Wie hoch ist der Betrag, der aus der Dividende letztlich im Gewerbeertrag enthalten ist?

    KSt: 10 % erreicht → − 100.000 € und + 5.000 € (§ 8b Abs. 1 KStG und § 8b Abs. 5 KStG); im Gewinn nach § 7 GewStG sind also 5.000 € enthalten. GewSt: Die Schachtelgrenze von 15 % (§ 9 Nr. 2a GewStG) ist nicht erreicht. Daher wird nach § 8 Nr. 5 GewStG die außer Ansatz gebliebene Dividende abzüglich der nicht abziehbaren BA (100.000 € − 5.000 € = 95.000 €) hinzugerechnet. Insgesamt sind 100.000 € im Gewerbeertrag enthalten.

    Erst antworten, dann Begründung sehen
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    Prüferfrage · eigene Seite

    Wie werden Dividenden einer Kapitalgesellschaft bei der Gewerbesteuer der empfangenden Kapitalgesellschaft behandelt?

    Typische Nachfrage: Welche Norm gilt für Dividenden ausländischer Tochtergesellschaften?
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    Prüferfrage · eigene Seite

    Erläutern Sie die Hinzurechnungen nach § 8 Nr. 8 GewStG und § 8 Nr. 9 GewStG.

    Typische Nachfrage: Warum gibt es bei Einzelunternehmern keine Hinzurechnung nach § 8 Nr. 9 GewStG?
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