Einkommensteuer-Richtlinien und Hinweise (EStR/EStH) · Fassung 2025

H 31 (Über‑ und zwischenstaatliche Rechtsvorschriften) EStH

Über‑ und zwischenstaatliche RechtsvorschriftenHinweis der Finanzverwaltung zu § 31 EStG – Fassung 2025.

Aus dem amtlichen WortlautÜber‑ und zwischenstaatliche Rechtsvorschriften i. S. d. R 31 Abs. 2 Satz 2 sind insbesondere folgende Regelungen: – Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29.04.2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (ABl. EG Nr. L 200 vom…

Amtlicher Wortlaut

Über‑ und zwischenstaatliche Rechtsvorschriften i. S. d. R 31 Abs. 2 Satz 2 sind insbesondere folgende Regelungen:

– Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29.04.2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (ABl. EG Nr. L 200 vom 07.06.2004, S. 1), zuletzt geändert durch VO (EU) Nr. 2017/492 der Kommission vom 21.03.2017 (ABl. Nr. L 76 vom 22.03.2017, S. 13), anzuwenden im Verhältnis zu den EU-Staaten seit 01.05.2010 (zu Kroatien seit 01.07.2013), zur Schweiz seit 01.04.2012 und zu den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen seit 01.06.2012, zu den Übergangsbestimmungen >Artikel 87 VO (EG) Nr. 883/2004,

– Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.09.2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (ABl. Nr. L 284 vom 30.10.2009, S. 1), anzuwenden im Verhältnis zu den EU-Staaten seit 01.05.2010 (zu Kroatien seit 01.07.2013), zur Schweiz seit 01.04.2012 und zu den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen seit 01.06.2012, zu den Übergangsbestimmungen >Artikel 93 VO (EG) Nr. 987/2009 i. V. m. Artikel 87 VO (EG) Nr. 883/2004,

– Verordnung (EU) Nr. 1231/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24.11.2010 zur Ausdehnung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 und der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 auf Drittstaatsangehörige, die ausschl. aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit nicht bereits unter diese Verordnungen fallen (ABl. Nr. L 344 vom 29.12.2010, S. 1), gültig in allen Mitgliedstaaten der EU mit Ausnahme von Dänemark und Großbritannien,

– EWR-Abkommen vom 02.05.1992 (BGBl. 1993 II S. 226) i. d. F. des Anpassungsprotokolls vom 17.03.1993 (BGBl. II S. 1294),

– Abkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit vom 21.06.1999 (BGBl. 2001 II S. 810), in Kraft getreten am 01.06.2002 (BGBl. II S. 1692). Nach diesem Abkommen gelten die gemeinschaftsrechtlichen Koordinierungsvorschriften (Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 und 987/2009) seit dem 01.04.2012 auch im Verhältnis zur Schweiz.

Aufgrund der vorstehenden Regelungen besteht i. d. R. vorrangig ein Anspruch im Beschäftigungsstaat. Wenn die ausländische Familienleistung geringer ist und der andere Elternteil dem deutschen Recht der sozialen Sicherheit unterliegt, besteht Anspruch auf einen Unterschiedsbetrag zum Kindergeld in Deutschland:

– Bosnien und Herzegowina

>Serbien/Montenegro

– Marokko

Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Marokko über Kindergeld vom 25.03.1981 (BGBl. 1995 II S. 634 ff.) i. d. F. des Zusatzabkommens vom 22.11.1991 (BGBl. 1995 II S. 640), beide in Kraft getreten am 01.08.1996 (BGBl. II S. 1455)

– Mazedonien

>Serbien/Montenegro

– Serbien/Montenegro

Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien über Soziale Sicherheit vom 12.10.1968 (BGBl. 1969 II S. 1437) in Kraft getreten am 01.09.1969 (BGBl. II S. 1568) i. d. F. des Änderungsabkommens vom 30.09.1974 (BGBl. 1975 II S. 389) in Kraft getreten am 01.01.1975 (BGBl. II S. 916)

Das vorgenannte Abkommen gilt im Verhältnis zu Bosnien und Herzegowina, Serbien sowie Montenegro uneingeschränkt fort, nicht jedoch im Verhältnis zur Republik Kroatien, zur Republik Slowenien und zur Republik Mazedonien.

– Türkei

Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Türkei über Soziale Sicherheit vom 30.04.1964 (BGBl. 1965 II S. 1169 ff.) in Kraft getreten am 01.11.1965 (BGBl. II S. 1588) i. d. F. des Zusatzabkommens vom 02.11.1984 zur Änderung des Abkommens (BGBl. 1986 II S. 1040 ff.) in Kraft getreten am 01.04.1987 (BGBl. II S. 188)

– Tunesien

Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tunesischen Republik über Kindergeld vom 20.09.1991 (BGBl. 1995 II S. 642 ff.) in Kraft getreten am 01.08.1996 (BGBl. II S. 2522)

Höhe des inländischen Kindergelds für Kinder in einzelnen Abkommensstaaten:

Angaben in € je Monat | 1. Kind | 2. Kind | 3. Kind | 4. Kind | 5. Kind | 6. Kind | ab 7. Kind

Bosnien und Herzegowina | 5,11 | 12,78 | 30,68 | 30,68 | 35,79 | 35,79 | 35,79

Kosovo | 5,11 | 12,78 | 30,68 | 30,68 | 35,79 | 35,79 | 35,79

Marokko | 5,11 | 12,78 | 12,78 | 12,78 | 12,78 | 12,78 | -

Montenegro | 5,11 | 12,78 | 30,68 | 30,68 | 35,79 | 35,79 | 35,79

Serbien | 5,11 | 12,78 | 30,68 | 30,68 | 35,79 | 35,79 | 35,79

Türkei | 5,11 | 12,78 | 30,68 | 30,68 | 35,79 | 35,79 | 35,79

Tunesien | 5,11 | 12,78 | 12,78 | 12,78 | - | - | -

Amtliches Werk (§ 5 UrhG), Einkommensteuer-Richtlinien und Hinweise (EStR/EStH), Fassung 2025. Originaltext beim Bundesministerium der Finanzen.

Gesetzliche Grundlage

§ 31 EStG – Familienleistungsausgleich

¹Die steuerliche Freistellung eines Einkommensbetrags in Höhe des Existenzminimums eines Kindes einschließlich der Bedarfe für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung wird im gesamten Veranlagungszeitraum entweder durch die Freibeträge nach § 32 Absatz 6 oder durch Kindergeld nach Abschnitt X bewirkt. ²Soweit das Kindergeld dafür nicht erforderlich ist, dient es der Förderung der Familie. ³Im laufenden Kalenderjahr wird Kindergeld als Steuervergütung monatlich gezahlt. ⁴Bewirkt der Anspruch auf Kindergeld für den gesamten Veranlagungszeitraum die nach Satz 1 gebotene steuerliche Freistellung…

§ 31 EStG im Volltext →

Weitere Verwaltungsanweisungen zu § 31 EStG

BFH-Rechtsprechung zu § 31 EStG

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