Erbschaftsteuer-Richtlinien und Hinweise (ErbStR/ErbStH) · Fassung 2020

H B 97.4 (Aufteilung des Werts des Betriebsvermögens) ErbStH

Aufteilung des Werts des BetriebsvermögensHinweis der Finanzverwaltung zu § 97 BewG – Fassung 2020.

Aus dem amtlichen WortlautBeispiel 1: Wert des Gesamthandsvermögens der A, B & C KG zum Bewertungsstichtag | 12 000 000 EUR Kapitalkonten lt. Gesamthandsbilanz der Personengesellschaft | 9 000 000 EUR Davon entfallen auf A 5 000 000 EUR, auf B 1 000 000 EUR und auf C 3 000 000 EUR. Gewinn- und…

Amtlicher Wortlaut

Beispiel 1:

Wert des Gesamthandsvermögens der A, B & C KG

zum Bewertungsstichtag | 12 000 000 EUR

Kapitalkonten lt. Gesamthandsbilanz der Personengesellschaft | 9 000 000 EUR

Davon entfallen auf A 5 000 000 EUR, auf B 1 000 000 EUR und auf C 3 000 000 EUR.

Gewinn- und Verlustverteilung A, B und C je 1/3

Der Gesellschafter A verpachtet an die Personengesellschaft ein Grundstück mit einem gemeinen Wert von 1 500 000 EUR.

Zu bewerten ist der Anteil des Gesellschafters A, der von Todes wegen in vollem Umfang auf seinen Sohn S als Alleinerben übergegangen ist.

Gesellschafter | A | B/C

Wert des Gesamthandsvermögens | 12 000 000 EUR

abzgl. Kapitalkonten lt. Gesamthandsbilanz | 9 000 000 EUR | 5 000 000 EUR | 4 000 000 EUR

Unterschiedsbetrag | 3 000 000 EUR | + 1 000 000 EUR | + 2 000 000 EUR

Anteil am Wert des Gesamthandsvermögens | 6 000 000 EUR | 6 000 000 EUR

Wert des Sonderbetriebsvermögens | + 1 500 000 EUR

Anteil am Wert des Betriebsvermögens | 7 500 000 EUR

Beispiel 2:

Wert des Gesamthandsvermögens der D & E KG

zum Bewertungsstichtag | 10 000 000 EUR

Kapitalkonten lt. Gesamthandsbilanz der KG | 5 900 000 EUR

Davon entfallen auf D 3 100 000 EUR (Kapitalkonto I 100 000 EUR, Kapitalkonto II 3 000 000 EUR) und auf E 2 800 000 EUR.

Gewinn- und Verlustverteilung D und E je 1/2.

Der Gesellschafter D verpachtet an die Personengesellschaft ein Grundstück mit einem gemeinen Wert von 1 000 000 EUR.

Zu bewerten ist der Anteil des Gesellschafters D, den dieser seiner Tochter T geschenkt hat, wobei er das Kapitalkonto II zurückbehielt. Das Sonderbetriebsvermögen hat er in vollem Umfang mit übertragen.

Gesellschafter | D | E

Wert des Gesamthandsvermögens | 10 000 000 EUR

abzgl. Kapitalkonten (ohne Kapitalkonto II des A) lt. Gesamthandsbilanz | 2 900 000 EUR | 100 000 EUR | 2 800 000 EUR

Unterschiedsbetrag | 7 100 000 EUR | + 3 550 000 EUR | + 3 550 000 EUR

Anteil am Wert des Gesamthandsvermögens | 3 650 000 EUR | 6 350 000 EUR

Wert des Sonderbetriebsvermögens | + 1 000 000 EUR

Anteil am Wert des Betriebsvermögens | 4 650 000 EUR

Erworbene Beteiligung der T

Kapitalkonto I (100 %) | 100 000 EUR

Unterschiedsbetrag (100 %) | + 3 550 000 EUR

Sonderbetriebsvermögen | + 1 000 000 EUR

Gemeiner Wert der Beteiligung | 4 650 000 EUR

Beispiel 3:

Wert des Gesamthandsvermögens der F & G OHG

zum Bewertungsstichtag | 12 000 000 EUR

Kapitalkonten lt. Gesamthandsbilanz der OHG | 4 000 000 EUR

Davon entfallen auf F 3 000 000 EUR (Kapitalkonto I 1 000 000 EUR, Kapitalkonto II 2 000 000 EUR) und auf G 1 000 000 EUR.

Gewinn- und Verlustverteilung F und G je 1/2

Der Gesellschafter F verpachtet an die Personengesellschaft ein Grundstück mit einem gemeinen Wert von 500 000 EUR.

Zu bewerten ist der Anteil des Gesellschafters F, den dieser seinem Sohn S zur Hälfte geschenkt hat, wobei er das Kapitalkonto II zurückbehielt. Das Sonderbetriebsvermögen hat er in vollem Umfang mit übertragen.

Gesellschafter | F | G

Wert des Gesamthandsvermögens | 12 000 000 EUR

abzgl. Kapitalkonten lt. Gesamthandsbilanz | 4 000 000 EUR | 3 000 000 EUR | 1 000 000 EUR

Unterschiedsbetrag | 8 000 000 EUR | + 4 000 000 EUR | + 4 000 000 EUR

Anteil am Wert des Gesamthandsvermögens | 7 000 000 EUR | 5 000 000 EUR

Wert des Sonderbetriebsvermögens | + 500 000 EUR

Anteil am Wert des Betriebsvermögens | 7 500 000 EUR

Erworbene Beteiligung des S

Kapitalkonto I (50 % von 1 000 000 EUR) | 500 000 EUR

Unterschiedsbetrag (50 % von 4 000 000 EUR) | + 2 000 000 EUR

Sonderbetriebsvermögen (100 % von 500 000 EUR) | + 500 000 EUR

Gemeiner Wert der Beteiligung | 3 000 000 EUR

Amtliches Werk (§ 5 UrhG), Erbschaftsteuer-Richtlinien und Hinweise (ErbStR/ErbStH), Fassung 2020. Originaltext beim Bundesministerium der Finanzen.

Gesetzliche Grundlage

§ 97 BewG – Betriebsvermögen von Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen

(1) Einen Gewerbebetrieb bilden insbesondere alle Wirtschaftsgüter, die den folgenden Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen gehören, wenn diese ihre Geschäftsleitung oder ihren Sitz im Inland haben: 1. Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Europäische Gesellschaften); 2. Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften; 3. Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit; 4. Kreditanstalten des öffentlichen Rechts; 5. Gesellschaften im Sinne des § 15 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2, des § 15 Absatz 3, des § 18…

§ 97 BewG im Volltext →

Weitere Verwaltungsanweisungen zu § 97 BewG

BFH-Rechtsprechung zu § 97 BewG

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