H 6a (7) (Schriftformerfordernis) EStH
Aus dem amtlichen Wortlaut– Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung einer Pensionsrückstellung nach § 6a ist u. a. eine schriftlich erteilte Pensionszusage. Die Vereinbarung muss neben dem Zusagezeitpunkt eindeutige und präzise Angaben zu Art, Form, Voraussetzungen und Höhe der in Aussicht…
Amtlicher Wortlaut
– Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung einer Pensionsrückstellung nach § 6a ist u. a. eine schriftlich erteilte Pensionszusage. Die Vereinbarung muss neben dem Zusagezeitpunkt eindeutige und präzise Angaben zu Art, Form, Voraussetzungen und Höhe der in Aussicht gestellten künftigen Leistungen enthalten. Sofern es zur eindeutigen Ermittlung der in Aussicht gestellten Leistungen erforderlich ist, sind auch Angaben für die versicherungsmathematische Ermittlung der Höhe der Versorgungsverpflichtung (z. B. anzuwendender Rechnungszinsfuß oder anzuwendende biometrische Ausscheidewahrscheinlichkeiten) schriftlich festzulegen. Sind diese Angaben nicht vorhanden, scheidet die Bildung einer Pensionsrückstellung jedenfalls in der Steuerbilanz aus (>BMF vom 28.08.2001 – BStBl I S. 594).
– Eine schriftliche Pensionszusage liegt auch dann vor, wenn der Verpflichtete eine schriftliche Erklärung mit dem erforderlichen Inhalt abgibt und der Berechtigte die Zusage nach den Regeln des Zivilrechtes (z. B. durch mündliche Erklärung) annimmt (>BFH vom 27.04.2005 – I R 75/04, BStBl II S. 702).
– Am Bilanzstichtag bereits feststehende gewinnabhängige Pensionsleistungen sind bei der Bewertung einzubeziehen, wenn und soweit sie dem Grunde und der Höhe nach eindeutig bestimmt sind und die Erhöhung der Versorgungsleistungen schriftlich durch eine Ergänzung der Pensionszusage nach § 6a Abs. 1 Nr. 3 festgeschrieben werden. Unabhängig vom maßgebenden Gewinnentstehungsjahr können die zusätzlichen Versorgungsleistungen wegen des Schriftformerfordernisses erstmals an dem der schriftlichen Festschreibung folgenden Bilanzstichtag bei der Rückstellungsbewertung berücksichtigt werden (>BMF vom 18.10.2013 – BStBl I S. 1268).
– Bei teilbaren Versorgungszusagen ist das Schriftformerfordernis nach § 6a Abs. 1 Nr. 3 jeweils gesondert zu prüfen. Sofern es an der Eindeutigkeit einer abtrennbaren Versorgungskomponente der Zusage fehlt, hindert allein dies eine Rückstellung für die Zusage einer anderen Versorgungskomponente nicht. Sind die Voraussetzungen für den Bezug einer Altersrente mit Erreichen der Regelaltersgrenze eindeutig bestimmt, ist hierfür eine Pensionsrückstellung zu bilden, auch wenn die Pensionszusage keine eindeutigen Angaben zu den Voraussetzungen eines vorzeitigen Altersrentenbezugs enthält (>BFH vom 28.02.2024 – I R 29/21, BStBl II S. 713).
Amtliches Werk (§ 5 UrhG), Einkommensteuer-Richtlinien und Hinweise (EStR/EStH), Fassung 2025. Originaltext beim Bundesministerium der Finanzen.
Gesetzliche Grundlage
§ 6a EStG – Pensionsrückstellung
(1) Für eine Pensionsverpflichtung darf eine Rückstellung (Pensionsrückstellung) nur gebildet werden, wenn und soweit 1. der Pensionsberechtigte einen Rechtsanspruch auf einmalige oder laufende Pensionsleistungen hat, 2. die Pensionszusage keine Pensionsleistungen in Abhängigkeit von künftigen gewinnabhängigen Bezügen vorsieht und keinen Vorbehalt enthält, dass die Pensionsanwartschaft oder die Pensionsleistung gemindert oder entzogen werden kann, oder ein solcher Vorbehalt sich nur auf Tatbestände erstreckt, bei deren Vorliegen nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen unter Beachtung billigen…
§ 6a EStG im Volltext →Weitere Verwaltungsanweisungen zu § 6a EStG
20 von 65 Abschnitten – die nächstgelegenen im Handbuch.
- R 6a (1) EStR – Zulässigkeit von PensionsrückstellungenEStH
- R 6a (2) EStR – Rechtsverbindliche VerpflichtungEStH
- R 6a (3) EStR – Schädlicher VorbehaltEStH
- R 6a (4) EStR – Unschädlicher VorbehaltEStH
- R 6a (7) EStR – SchriftformEStH
- R 6a (8) EStR – Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer von KapitalgesellschaftenEStH
- R 6a (9) EStR – Ehegatten-ArbeitsverhältnisseEStH
- R 6a (10) EStR – Höhe der PensionsrückstellungEStH
- R 6a (11) EStR – Höhe der PensionsrückstellungEStH
- R 6a (12) EStR – EntgeltumwandlungenEStH
- R 6a (13) EStR – ArbeitgeberwechselEStH
- R 6a (14) EStR – Berücksichtigung von Renten aus der gesetzlichen RentenversicherungEStH
- R 6a (15) EStR – DoppelfinanzierungEStH
- R 6a (16) EStR – HandelsvertreterEStH
- R 6a (17) EStR – StichtagsprinzipEStH
- R 6a (18) EStR – InventurerleichterungEStH
- R 6a (19) EStR – Ausscheiden eines AnwärtersEStH
- R 6a (20) EStR – Zuführung zur PensionsrückstellungEStH
- R 6a (23) EStR – RückdeckungsversicherungEStH
- H 6a (1) (Beihilfen an Pensionäre) EStH – Beihilfen an PensionäreEStH
BFH-Rechtsprechung zu § 6a EStG
6 von 42 zugeordneten Entscheidungen.
- BFH, Urteil vom 17.12.2025, I R 4/231. Bei der Prüfung der Fremdüblichkeit der Verzinsung einer durch Gehaltsumwandlung finanzierten Direktzusage zugunsten eines Gesellschafter-Arbeitnehmers ist der Zinsfuß, der für das Versorgungskapital einer…
- BFH, Urteil vom 19.11.2025, I R 50/221. Wird die einem angestellten Gesellschafter-Geschäftsführer zugesagte Pension ausschließlich durch Entgeltumwandlung finanziert, ist die Zusage auch dann fremdüblich, wenn sie ohne Einhaltung einer Probezeit und…
- BFH, Beschluss vom 04.09.2024, XI R 25/211. Pensionsrückstellungen sind dem Grunde nach auch für erteilte Versorgungszusagen im Sinne des § 6a Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu bilden, die einen rechtsverbindlichen Anspruch auf Versorgungsleistungen…
- BFH, Urteil vom 28.02.2024, I R 29/211. Der Ansatz einer Pensionsrückstellung ist zugelassen, "wenn und soweit" die in § 6a Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes angeführten Voraussetzungen erfüllt sind; dazu muss die schriftlich erteilte Zusage eindeutige…
- BFH, Urteil vom 12.12.2023, VIII R 17/20Zuführungsbeträge zu Pensionsrückstellungen für die Anteilseigner einer Kapitalgesellschaft, die im Zuge eines Formwechsels auf eine Mitunternehmerschaft übergehen, sind für die zusageberechtigten Mitunternehmer weder…
- BFH, Urteil vom 17.08.2023, III R 37/201. Die Vorschrift des § 4 Abs. 6 Satz 6 Alternative 2 des Umwandlungssteuergesetzes in der im Streitjahr 2015 anwendbaren Fassung (UmwStG 2006), nach der ein Übernahmeverlust außer Ansatz bleibt, ist für im…
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- 1Prüferfrage · eigene Seite
Was versteht man unter dem Maßgeblichkeitsprinzip, und wo wird es durchbrochen?
- § 5 Abs. 1 S. 1 Hs. 1 EStG: Ansatz des Betriebsvermögens nach handelsrechtlichen GoB
- Ansatzvorbehalte in § 5 Abs. 1a bis 5 EStG (z. B. § 5 Abs. 2, Abs. 4a EStG)
- Bewertungsvorbehalt § 5 Abs. 6 EStG mit Vorrang der §§ 6, 6a, 7 EStG
- Eigenständige Ausübung steuerlicher Wahlrechte (§ 5 Abs. 1 S. 1 Hs. 2 EStG) mit Verzeichnispflicht
- Steuerliche Wahlrechte können nach § 5 Abs. 1 S. 1 Hs. 2 EStG unabhängig von der HB ausgeübt werden
Typische Nachfrage: Wie behandeln Sie ein handelsrechtliches Aktivierungs- bzw. Passivierungswahlrecht in der Steuerbilanz?
Wissen ist gut. Prüfungsreif ist besser.
Die Prüfung fragt nicht, ob Sie eine Norm kennen, sondern ob Sie sie unter Zeitdruck anwenden. Trainieren Sie genau das – jeden Tag ein Stück, bis es sitzt.
- Lernplan bis zu Ihrem Prüfungstermin
- Klausurfälle mit Korrektur nach Punkteschema
- Prüferfragen und Kurzvortrag für die Mündliche